Schulprogramm

der

 

Grundschule
Barkauer Land

des Amtes Preetz–Land in Kirchbarkau

 

März 2006

 

 

 

1.                Präambel

 

Das Hauptinteresse dieses Programms gilt den Menschen, die regelmäßig in die Grundschule Barkauer Land kommen. Dazu zählen vor allem die Kinder. Sie verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit an diesem Ort. Ihretwegen und gemeinsam mit ihnen wird er erhalten und weiterentwickelt. Die Kinder stehen damit im Zentrum des Nachdenkens über die sich verändernden Voraussetzungen und Möglichkeiten der Schule und des Unterrichts.

Die Lehrpläne in Schleswig-Holstein sprechen in globaler Perspektive von Kernproblemen, die die Schulen in den letzten Jahren vor zunehmend neue Aufgaben gestellt haben. Um solche Kernprobleme zu bezeichnen werden dort die Begriffe Grundwerte, Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, Strukturwandel, Gleichstellung  und Partizipation verwendet (vergl. Lehrplan Grundschule S-H 1997, S. 8 f). Mit diesen Begriffen wird auf die gewachsene Komplexität der Aufgaben und Erwartungen verwiesen, denen sich die allgemeinbildenden Schule durch die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen stellen sollen.

Hinzu kommen weitere wesentliche und dauerhafte Verpflichtungen, wie sie im Schulgesetz zum Ausdruck gebracht werden. Dort heißt es in § 4 „Bildungs- und Erziehungsziele“ ,dass der Auftrag der Schule bestimmt werde „durch das Recht des jungen Menschen auf eine seiner Begabung, seinen Fähigkeiten und seiner Neigung entsprechende Erziehung und Ausbildung, durch das Recht der Eltern auf eine Schulbildung ihres Kindes sowie durch die staatliche Aufgabe, die einzelnen Schüler auf ihre Stellung als Bürgerin und Bürger mit den entsprechenden Rechten und Pflichten vorzubereiten.“  Dies deutet die hohen Erwartungen an, die mit der Schule verknüpft sind. Gleichzeitig helfen diese und andere im Schulgesetz verankerte Zielvorstellungen, einen differenzierten Bildungsbegriff zu bewahren, der auf eine vielfältige Persönlichkeitsentfaltung der Schüler und Schülerinnen gerichtet ist und sich nicht auf die vordergründige Wahrnehmung der Leistungen eines Menschen beschränkt, wie dies außerhalb von Familie und Schule oft der Fall ist.

Diese Perspektive zeigt, dass es notwendig ist, neben der vorgegebenen fächerübergreifenden Orientierung an Kernproblemen und am Wissenskanon der einzelnen Schulfächer die einzelnen Kinder mit ihren individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten immer wieder zu Ausgangspunkt der Überlegungen zu machen. Über die individuellen Aspekte hinaus ist der Wandel der Kindheit zu konstatieren, der sich vielfach im Sozial- und Lernverhalten zeigt.

Das Nachdenken über Schule und Unterricht, das diesem Programm zugrunde liegt,

geht vor allem von Erwachsenen aus, die Verantwortung übernommen haben für die Bildung und Erziehung von Kindern aus dem Barkauer Land. Ein Teil der Beobachtungen und Überlegungen wird in diesem Programm dokumentiert.

 

 

2.                Schule

 

Die Grundschule Barkauer Land des Amtes Preetz Land in Kirchbarkau liegt im westlichen Bereich des ostholsteinischen Hügellandes zwischen Bothkamper See und der Bundesstraße 404, ca. 10 Autominuten südlich der Landeshauptstadt Kiel im Kreis Plön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auf Grund sinkender Schülerzahlen wurde der Hauptschulbereich 1993 an die Hauptschulen in Preetz abgegeben. Seitdem existiert ausschließlich eine Grundschule.
Träger der Grundschule Barkauer Land ist der Schulverband Amt Preetz Land. Das Einzugsgebiet der Schule in Kirchbarkau erstreckt sich über Booksee im Norden, Honigsee, Großbarkau und Postfeld im Osten, bis Löptin, Nettelsee und Warnau im Süden. Der überwiegende Teil der Kinder sind daher Fahrschüler.

 

Durch die Auflösung der Hauptschule ergab sich eine neue räumliche Nutzung. In den leerstehenden Räumen des Nebentraktes wurde ein Kindergarten unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchbarkau eingerichtet.
In den Räumen der Schule besteht seit August 1997 eine „Betreute Grundschule“, in der momentan 16 Schüler vor bzw. nach dem Schulunterricht bis 13.30 Uhr betreut werden.
Die Grundschule Barkauer Land ist zur Zeit eine zweizügige Grundschule, in der ca. 190 Schülerinnen und Schüler in 8 Jahrgangsklassen von 10 Lehrkräften unterrichtet werden.
Die Klassen haben größtenteils kleine Gruppenräume. Für den Fachunterricht stehen ein Musikraum und ein Werkraum zur Verfügung.  Darüber hinaus stehen ein Computerraum mit 14 Arbeitsplätzen und eine Schulküche zur Verfügung. Der große teilbare Mehrzweckraum wird zur einen Hälfte als Musikraum und zur anderen Hälfte als Film- und Theaterraum genutzt.

Bei geöffneter Mobilwand finden hier Versammlungen, Theatervorführungen, Vorträge, Konzerte u.v.m. statt.

 

An der Schule wurde im Juli 2002 ein Arbeitskreis, mit dem Ziel einen naturnahen und kinderfreundlichen Schulhof zu schaffen, gegründet.

Um ein friedlichen Umgang der Kinder miteinander zu fördern, soll der Schulhof vielfältige Anregungen zum gemeinschaftlichen Spielen bieten. Dabei sollen unterschiedliche Bedürfnisse verschiedener Kinder berücksichtigt werden. Bewegung und Ruhe, verstecken und buddeln aber auch Fußball, laufen und Seilspringen sollen ihren Platz haben. Gleichzeitig soll der Schulhof die Möglichkeit bieten, während des Unterrichts oder in den Pausen Naturerlebnisse zu machen.

Die Planung des neuen Schulhofs wurde an ein professionelles Planungsteam (Kiwi) vergeben.

 

Es wurde die Hälfte der Teerfläche entsiegelt, ein Hügel angelegt und bepflanzt, Latten- und Totholzzäune gezogen, drei große Bäume gepflanzt und Fußballfelder angelegt. Balanciermöglichkeiten aus Baumstämmen wurden aufgebaut.

Später wurde eine Nestschaukel errichtet und ein Weidenpavillion auf dem Hügel gepflanzt.

An der Wand der Sporthalle wurde aus Klettergriffen eine so genannte Boulder-Kletterwand geschaffen.

 

Es zeigte sich, dass durch die Umgestaltung der Dreckeintrag in die Schule höher war. Um die Reinigungskräfte zu entlasten, ziehen jetzt die Kinder in den Klassen die Schuhe aus.

 

In einem Pflegekonzept ist festgelegt, dass jede Klasse für einen Bereich der Schulhofpflege zuständig ist. In Absprache mit dem Hausmeister sollen die Klassen helfen, ihren Schulhof instand zu halten.

 

Für das Frühjahr 2006 ist ein vorläufig letzter Bauabschnitt geplant.  Im Bereich vor der Sporthalle zwischen Turnstange und Rutsche soll weiter gearbeitet werden. Die genauen Maßnahmen stehen noch nicht fest.


Für Natur- und Umwelterziehung gibt es einen von Schülern angelegten Schulwald und einen angepachteten Schulgarten.

 

3.                Unterricht

Seit 1997 wird an den Schulen Schleswig-Holsteins nach einem überarbeiteten Lehrplan unterrichtet, der einen offeneren Rahmen der Unterrichtsgestaltung schafft. Die Ausgangslage für unterrichtliches Geschehen sollte im Vermitteln einer Grundbildung liegen, die handlungsorientiert, lebensweltgebunden und erkenntnisgeleitet ausgerichtet ist.
In diesem Sinne schlägt der Lehrplan unter anderem eine fächerübergreifende und/oder projektorientierte Arbeitsweise vor, die ein Erfahren und Verstehen mit allen Sinnen ermöglicht. Zudem werden Unterrichtsinhalte unter verschiedenen Aspekten und somit in größeren Zusammenhängen betrachtet.

 

Im Unterricht werden verschiedene Organisationsformen praktiziert: Frontalunterricht, Gruppenunterricht, Stationslernen, Arbeiten nach Tagesplan/Wochenplan, fächerüber-greifendes und projektorientiertes Arbeiten, Freiarbeit.
Die Wahl der Organisationsformen ist abhängig vom jeweiligen Thema und der Klassenstufe.

Die kindliche Umwelt ist heutzutage multikulturell geprägt. Dies zeigt sich auch an den Fremdwörtern und Ausdrücken gerade aus dem englischsprachigen

Raum (z.B. der Bereich der Informationstechnologie), die inzwischen teilweise zur Alltagsprache gehören. Die Begegnung mit einer ersten Fremdsprache in der Grundschule fördert aber nicht nur die Auseinandersetzung mit der englischen Sprache, sondern schafft auch positive Einstellungen gegenüber fremden Menschen und Kulturen.

Zur Zeit wird Englisch in Klassenstufe 3 und 4 mit einer Wochenstunde unterrichtet.


Grundsätzlich wird im Unterricht nach den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler differenziert. In allen Klassenstufen finden Fördermaßnahmen für die Fächer Deutsch und Mathematik statt. Geeignete Medien und Materialien werden zur Unterstützung herangezogen und ständig aktualisiert. Unterrichtsgänge und Ausflüge unterstützen den Lernprozess auf anschauliche Art.

Die 4. Klassen fahren regelmäßig zum Schwimmunterricht ins Hallenbad nach Preetz.

 

 

4.                Offene Ganztagsschule

 

Für das Frühjahr 2006 ist der Start eines Pilotprojektes „Offene Ganztagsschule“ geplant.

Zwei Elternbefragungen haben in der jüngeren Vergangenheit auf ein vergleichsweise geringes Interesse an einer  Nachmittagsbetreuung gedeutet.

Daher kann die OG in Kirchbarkau nicht unter Einbeziehung von Förderungen durch das Land Schleswig-Holstein sowie das Bundesprogramm IZBB anlaufen.

Dennoch werden wir nach den Osterferien eine kleine Lösung in Form von 13 Kursangeboten, verteilt auf zwei Tage, anbieten. Die Betreuung wird ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis geleistet. Die Nachmittagsangebote beginnen nach einer Mittagspause um 14.00 Uhr und erstrecken sich über je eine, ggf. auch zwei Unterrichtsstunden im Block bis 15.30 Uhr.

 

 

 

5.                Arbeitsgemeinschaften

 

Ein vielfältiges Angebot an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften erweitert das Lernangebot für die Schüler über die Pflicht- Unterrichtsstunden hinaus.

In diesem Schuljahr stehen folgende AG`s zur Wahl:

 

 

Chor

 

Der Schulchor trifft sich einmal wöchentlich in einer ersten Stunde und erarbeitet traditionelles wie neues Liedgut für Kinder mit dazugehöriger Begleitung auf Orff-Instrumenten und erweitertem Schlagwerk.
Bei verschiedenen Anlässen innerhalb und außerhalb der Schule gibt es Gelegenheiten zu Auftritten. In der Vorweihnachtszeit findet montags nach den Adventssonntagen ein kurzes gemeinsames Adventssingen in der Schule statt. In jedem Jahr gestalten die Kinder mit ihren Liedern Senioren-Weihnachtsfeiern in den umliegenden Dörfern. Am letzten Schultag vor Weihnachten übernimmt  der Chor das Rahmenprogramm für eine Schul-Weihnachtsfeier. Kurz vor dem Schuljahresende gibt er ein öffentliches Sommerkonzert.

 

 

Theater-AG (Klassen 3/4 )

 

Die Theater-AG wird für Schüler der 4. Klassen angeboten. Bei Bedarf werden begabte Schüler der 3. Schuljahre herangezogen. Erfahrungsgemäß ist die Gruppe der Interessenten sehr groß, deshalb muss sie geteilt werden.

 

Die 1. Gruppe arbeitet nach pantomimischen Übungen und kleinen Sketchen an einem Weihnachtsstück, die 2. Gruppe an einem „Sommerstück“– auch zur Verabschiedung der 4. Klassen.
Hauptrollen werden des umfangreichen Lernstoffes wegen doppelt besetzt. Viele Rollen werden auch zusätzlich geschrieben, um alle Kinder zu beteiligen.


Für die Theater-AG steht 1. Stunde pro Woche zur Verfügung. Diese Zeit reicht allerdings nicht zum Herstellen von Kulissen, Basteln und Nähen von Kostümen und
Eintrainieren der Rollen. So kommen die Schüler häufig freiwillig bis zu 2 Stunden zusätzlich in der Woche. Generalproben finden an Samstagvormittagen statt, die Aufführungen zum Teil an Sonntagnachmittagen. Über die Termine wird auch die Presse informiert.

 

Die Stücke werden vor den Schülern der Schule, den Eltern, Kindergärten und zu Seniorenveranstaltungen der Kirche aufgeführt. Bisherige Themen waren Märchenstücke, Weihnachtsstücke, Geschichten von Paul Maar und Astrid Lindgren.

 

 

Jugend forscht

 

Seit ca. 30 Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler der heutigen Grundschule  Barkauer Land mit viel Erfolg an dem Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Hier bietet sich den Kindern die Möglichkeit, nach eigenem Interesse an naturwissenschaftlichen Themen zu experimentieren. Die Schule begleitet und unterstützt die jungen Forscher in Form einer einstündigen AG, die sich aber regelmäßig um viele freiwillige Arbeitsstunden der Teilnehmer wie auch der Lehrkraft erweitert.

Die Erfolge unserer Jungforscher sind beachtlich. Seit mehreren Jahren hat unsere Schule bezüglich der Anzahl der eingereichten Arbeiten einen der vorderen Plätze in der landesweiten Rangliste. Dazu kommen regelmäßige Spitzenplatzierungen in der qualitativen Bewertung.

 

 

Garten - AG

 

Zur Grundschule Barkauer Land gehört ein direkt an der Schule gelegener Garten. Er wird saisonal  von einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern bewirtschaftet. Durch die Arbeit im Garten wird den Kindern der Jahresverlauf der Natur nahe gebracht. Die eigenen Beete und Pflanzungen stellen einen emotionalen Bezug zur Natur her.

 

 

Line – Dance

 

Kinder, die besonderen Spaß an Musik und Bewegung haben,  können einmal wöchentlich Formationen des Line – Dance erlernen. Hier kommt es neben körperlicher Fitness besonders auf harmonische, gruppensynchrone Bewegungen an. Ganz nebenbei wird auch noch Konzentration und soziales Verhalten gefördert.

 

 

 


 

6.                Schulleben

 

6.1         Grundlegende Gedanken

 

Wir begreifen unsere Schule nicht nur als isolierte „Lerninstitution“. Unsere Schüler verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule und in ihrer Klassengemeinschaft. Auch der Lehrplan (siehe Lehrplan Grundschule, S.7) sieht ein „Konzept der Grundbildung“ vor, das nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern die Schüler die Gesamtheit unser Gesellschaft, Kultur und differenziert wahrnehmen, empfinden und beurteilen lässt. Aus diesem Aspekt ergibt sich die Notwendigkeit eines vielfältigen „Schul-Lebens“, um den schulischen und außerschulischen Erfahrungsraum unserer Schüler miteinander zu verknüpfen.

Unsere Schule ist ein bedeutender Bestandteil unseres Alltagslebens. Lehrer und Schüler gestalten das Schulleben zur Zeit noch überwiegend alleine. Es muss unser Ziel sein, die Schule wieder mehr in die Mitte des Alltagslebens zu stellen, sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern. Die aktive Teilnahme der Erwachsenen an gemeinsamen Projekten wird zukünftig mehr denn je an Bedeutung gewinnen. Über die Identifikation mit unserer Schule sollten  Eltern und Lehrer noch mehr zu einem Team werden, das gemeinsam zum Wohle der Kinder wirkt.

 

 

       6.2     Schülervollversammlung

 

Seit dem Frühjahr 2005 versammelt sich die gesamte Grundschule Barkauer Land regelmäßig zu einer Schülervollversammlung. Die Versammlung findet ca. alle zwei Monate, häufig kurz nach Ferien, statt. Auf der Versammlung werden Themen, die die gesamte Schule betreffen besprochen. Neue Kollegen werden vorgestellt, besondere Leistungen und Schülern herausgestellt und auf Probleme hingewiesen. Es ist geplant die Schüler stärker zur Vorbereitung der Schülervollversammlung mit einzubeziehen. In bestimmten Bereichen können auch Entscheidungen von den Schülern getroffen werden. Dies kann entweder durch die Klassensprechen geschehen oder durch direkte Abstimmung auf einer Schülervollversammlung.

 

 

6.3     Veranstaltungen

 

Ein wichtiges Ereignis im Schuljahreslauf ist die Durchführung von Projekttagen zu einem bestimmten Thema. Mit Hilfe von Eltern und anderen außerschulischen Helfern  werden zahlreiche Aktionen in kleineren Gruppen angeboten. Dadurch lassen sich die traditionellen Klassengemeinschaften auflösen. Erleben, Erfahren und Lernen findet in neuen, kleineren Gruppen statt. Am letzten Projekttag werden die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

 

 

 

Im Jahresverlauf bereichern weitere Feste und Veranstaltungen unser Schulleben:

 

Ø Schulfasching

Ø Osterbasteln

Ø Bundesjugendspiele, Fußball-, Völkerballturniere, Schwimmwettkämpfe

Ø Kreissportfest

Ø Entlassungsfeier für die 4. Klassen mit Theateraufführung der Theater-AG

Ø Einschulungsfeier mit Vorführungen der 2. Klassen

Ø Laternenumzug mit St.-Martins-Feier in der Kirche

Ø Weihnachtsbasteln

Ø Besuch eines Weihnachtsmärchens
Ø Weihnachtsfeier mit Theateraufführung der Theater-AG

Ø Theaterbesuche

Ø Gastauftritte und Lesungen von Künstlern und Schriftstellern

 

 

 

Durch die Zentralisierung des Schulsystems hat die Schule ihre Bedeutung für das Leben der Dorfgemeinschaft eingebüßt. Um ein attraktives Schulleben weiter auszubauen werden in Zukunft „verbindende“ Aktivitäten geplant:

Ø Vortragsreihen sowie Workshops für interessierte Eltern und Lehrer

Ø evtl. Einrichtung eines Literaturzirkels

Ø Diskussionsrunden zu aktuellen schul- und erziehungsrelevanten Themen

Ø Feste und gemeinsame Aktivitäten von Schülern, Eltern und Lehrern.

 

 

 

7.                Elternarbeit

 

Eltern verfügen über ein natürliches Erziehungsrecht an ihren Kindern. Nachdem das Schulgesetz sie verpflichtet, ihr Kind in die Obhut der staatlichen Institution Schule zu geben, bleibt ihnen ein Beteiligungsrecht am Schulsystem. Auch der §6/2 des Grundgesetzes spricht von der Pflicht zur Wahrung der Erziehungsinteressen in der Familie.

Das Recht zur Bildung und Erziehung des Kindes ist geteilt zwischen den Eltern als Vertretern der Familie und den Lehrern als Vertretern des Staates (Empf. des Bildungsrates 1973). Die „ Berührung“ findet auf verschiedenen Ebenen statt:

1.          Stadt/Kreis-Beirat, Schulpflegschaft

2.          Einzelne Schule (Schulkonferenz)

3.          Schulklasse

 

Die Schnittstelle zwischen Elternhaus und Schule ist der Klassenlehrer. Seine Aufgabe ist es, Verbindungen zu den Elternhäusern zu knüpfen und zu pflegen sowie die Eltern zu beraten.

Elternarbeit ist immer mehr zum unverzichtbaren Faktor eines offenen, lebendigen Schulbetriebs geworden. Gerade an kleineren und mittleren Schulen sind die zahlreichen Aufgaben, die inzwischen ja auch weit über den ursprünglichen Lehr -und Bildungsauftrag hinausgehen, personell nicht mehr zu leisten.

Elternarbeit findet an unserer Schule auf vielfältige Weise statt:

-    Information über aktuelle und längerfristige Ereignisse und Projekte auf direkter oder  Vertreterebene,

-      Elternabende, Sprechtage, Hausbesuche (alles nach Absprache)

-      Angebote zur Unterrichtshospitation.

Die Eltern sind (nach kurzer  Terminabstimmung) jederzeit eingeladen, sich über Schulbetrieb und Unterricht zu informieren. Nur so kann das nötige Verständnis für Unterrichtsmethoden und erzieherische Maßnahmen wachsen.

-      Begleitung und Unterstützung beim Schwimmunterricht,

-      Hilfen bei Wandertagen, Klassen- oder Schulfesten, Projekttagen o.ä..

An dieser Stelle sei noch einmal all jenen Vätern und Müttern Dank gesagt, die immer wieder tatkräftig mit anpacken, wenn für außerunterrichtliche Projekte Hilfe gebraucht wird. Gerade in unserem kleinen Schulbetrieb mit derzeit zehn Kolleg/innen wäre so manches Projekt ohne Elternhilfe nicht durchführbar.

 

In jüngerer Vergangenheit gab es bereits eine Vortragsreihe zu allgemeinen pädagogischen bzw. erzieherischen Themen (Es besteht die erklärte Absicht, diese Maßnahme fortzusetzen). Ihre Organisation lag schwerpunktmäßig in den Händen von Eltern.

 

An dieser Stelle finden wir einen ersten Schritt zur „Verschmelzung“ elterlicher und schulischer Arbeit am Kind, die es zu vertiefen gilt. Wenn Eltern einen Teil ihres Erziehungsrechts im Rahmen der Schule wahrnehmen, dann

 

-      verbessert sich der Informationsfluss,

-      wächst das Verständnis für Maßnahmen und Vorgänge innerhalb der Schule,

-      treten Eltern und Lehrer mehr als einheitliche erzieherische Institution gegenüber dem Kind auf,

-      wird sich die Diskrepanz zwischen Einzelinteresse und Kollektiv-Sicht auf elterlicher Seite relativieren.

 

 

 

8.                Gewaltprävention

 

Zum Schulalltag gehören immer wieder auch soziale Konflikte kleineren oder größeren Ausmaßes, die in Einzelfällen auch deutliche Beeinträchtigungen des Lernens beim Kind sowie des Schulbetriebes insgesamt nach sich ziehen.

Kindern muss in der Schule wie auch zu Hause ein soziales Umfeld geschaffen werden, das die Entstehung aggressiven oder gar gewalttätigen Verhaltens verhindert. Das bedeutet Abbau von Angst, Unsicherheit, Versagen und sozialer Ausgrenzung. Es bedeutet aber auch, andere als gleichwertig und gleichberechtigt zu achten und friedliches Miteinander einzutrainieren.

Als feste Einrichtung hat sich im Schuljahr 2000/01 eine Gruppe von Lehrkräften zusammengefunden, die sich die Verbesserung des Schulklimas sowie den Abbau von Gewalt im weitesten Sinne zum Ziel gesetzt hat.

Unter dem Motto:

Wir sind eine Gemeinschaft – wir wollen uns alle in der Schule wohlfühlen

soll bei allen am Schulleben Beteiligten mehr Verantwortung, Rücksichtnahme, Verständnis und Hilfsbereitschaft füreinander entwickelt werden.

Die Arbeitsgruppe

 

a)         stellt etwa alle 2 – 3 Monate ein Motto für alle Schüler auf, das das Zusammenleben verbessern soll (z.B. Kann ich dir helfen? Es geht auch leise! Schimpfwörter machen einsam!)

 

b)         plant Aktionstage oder regt zu klasseninternen Mottos (z.B. „Wichteln“ – einem Mitschüler heimlich eine Freude bereiten / „Das find ich toll an dir“ – Herausstellen positiver Eigenschaften von Mitschülern) z.B. während der Adventszeit an.

Gewaltfreie Konfliktlösung gilt seit jeher als Erziehungsziel. Zusätzliche Aktionstage und Projekte sollen in den Klassen ein vertrauensvolles Klima schaffen und bewussteres Verhalten im Umgang mit Mitschülern trainieren.

 

c)          hat eine Schulordnung aufgestellt (s. Anhang) die seit 26.01.2004 gültig ist.

Jeder Fall von Gewalt ist anders geartet. Deshalb ist es schwierig, Verhaltens- oder Erziehungsrezepte zu geben. Ein starrer Maßnahmenkatalog wird der vielschichtigen Persönlichkeit des einzelnen Schülers nicht gerecht. Bevorzugt werden differenzierte, auf den einzelnen Schüler hin orientierte, pädagogisch reflektierte Erziehungsmittel.

Jede Klasse sollte entsprechend ihrer spezifischen Zusammensetzung und Situation Regeln entwickeln. Viele werden allgemeine Gültigkeit haben und in den Katalog der Schulordnung passen. Regeln für soziales Verhalten können genau so gelernt werden wie andere Regelsysteme (Verkehrsregeln).
Wichtig ist die konsequente Kontrolle der Umsetzung.

 

d)         unterstützt Kollegen mit „schwierigen“ Schülern.

Häufig fühlen sich Kollegen mit „Problemkindern“ allein gelassen. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Schwierigkeiten mit dieser Gruppe (Gewaltprävention) zu diskutieren. Weitere Vorgehensweisen können dann gemeinsam erarbeitet und abgestimmt werden, z.B. auch die Teilnahme der gesamten Klasse an einem Kurs für autogenes Training oder Entlasten durch Unterbringung von Schülern in der Partnerklasse.

 

e)         erarbeitet mit den betroffenen Eltern gegebenenfalls gemeinsame Vorgehensweisen.

Eltern können, vielleicht noch mehr als die Schule, selbst viel gegen das aggressive Verhalten ihrer Kinder tun. Voraussetzung ist ausreichende, liebevoll-konsequente Zuwendung, Interesse für die Lebenswelt der Kinder und ein partnerschaftliches Erziehungsverhalten. Dazu gehört u.a. auch verantwortliche Kontrolle der Qualität und Quantität des Medienkonsums.

Ebenso wichtig ist die enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, gemeinsame Kontrolle der Einhaltung sozialer Regeln und abgestimmte Erziehungsmaßnahmen. All dies dient dazu, dem Kind eine Orientierung in einem klar definierten Rahmen zu geben.

Da der (die) Klassenlehrer(in) die Schüler am besten kennt, ist er/sie erste/r Ansprechpartner(in) für die Kinder. In Sonderfällen haben die Eltern Gelegenheit, ihre Sorgen einem größeren Gremium vorzutragen, wo dann gemeinsam Schritte zur Problemlösung erarbeitet werden.

 

f)           Am Mittwochnachmittag besteht die Möglichkeit für unsere Schüler in der Schule an einem Selbstsicherheitstraining des KSH teilzunehmen.

 

g)         Im Frühjahr 2006 starten die ersten Klassen mit dem Projekt Klasse 2000 zur Entwicklung sozialer Kompetenzen. Es ist geplant, dieses Projekt auch in den zukünftigen ersten Klassen durchzuführen.

9.    Schlussbetrachtung

Das vorliegende Schulprogramm ist einerseits eine Bestandsaufnahme der unterrichtlichen und erzieherischen Arbeit an der Grundschule Barkauer Land. Andererseits enthält es Zielvorgaben für eine weitere Entwicklung und Verbesserung der Bedingungen zum Wohle aller hier arbeitenden Menschen, zu allererst  der uns anvertrauten Kinder.

Das Programm ist Katalysator und Zentrum eines Prozesses immer wiederkehrender Reflexion und kritischer Analyse unseres Schulbetriebs und unserer Arbeit. Es wird immer vorläufigen Charakter haben und nie fertig sein. Denn Leben ist Veränderung, und eine lebendige Schule ist in ständiger Veränderung begriffen, die neue Zielsetzungen bedingt.