der
des Amtes Preetz–Land in Kirchbarkau
März 2006
Das Hauptinteresse dieses Programms gilt den
Menschen, die regelmäßig in die Grundschule Barkauer Land kommen. Dazu zählen
vor allem die Kinder. Sie verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit an
diesem Ort. Ihretwegen und gemeinsam mit ihnen wird er erhalten und
weiterentwickelt. Die Kinder stehen damit im Zentrum des Nachdenkens über die
sich verändernden Voraussetzungen und Möglichkeiten der Schule und
des Unterrichts.
Die Lehrpläne in Schleswig-Holstein sprechen in
globaler Perspektive von Kernproblemen, die die Schulen in den letzten
Jahren vor zunehmend neue Aufgaben gestellt haben. Um solche Kernprobleme zu
bezeichnen werden dort die Begriffe Grundwerte, Erhalt der natürlichen
Lebensgrundlagen, Strukturwandel, Gleichstellung und Partizipation
verwendet (vergl. Lehrplan Grundschule S-H 1997, S. 8 f). Mit diesen
Begriffen wird auf die gewachsene Komplexität der Aufgaben und Erwartungen
verwiesen, denen sich die allgemeinbildenden Schule durch die Vermittlung von
Schlüsselqualifikationen stellen sollen.
Hinzu kommen weitere wesentliche und dauerhafte
Verpflichtungen, wie sie im Schulgesetz zum Ausdruck gebracht werden. Dort heißt
es in § 4 „Bildungs- und Erziehungsziele“ ,dass der Auftrag der Schule
bestimmt werde „durch das Recht des jungen Menschen auf eine seiner Begabung,
seinen Fähigkeiten und seiner Neigung entsprechende Erziehung und Ausbildung,
durch das Recht der Eltern auf eine Schulbildung ihres Kindes sowie durch die
staatliche Aufgabe, die einzelnen Schüler auf ihre Stellung als Bürgerin und
Bürger mit den entsprechenden Rechten und Pflichten vorzubereiten.“ Dies
deutet die hohen Erwartungen an, die mit der Schule verknüpft sind. Gleichzeitig
helfen diese und andere im Schulgesetz verankerte Zielvorstellungen, einen
differenzierten Bildungsbegriff zu bewahren, der auf eine vielfältige
Persönlichkeitsentfaltung der Schüler und Schülerinnen gerichtet ist und sich
nicht auf die vordergründige Wahrnehmung der Leistungen eines Menschen
beschränkt, wie dies außerhalb von Familie und Schule oft der Fall ist.
Diese Perspektive zeigt, dass es notwendig ist,
neben der vorgegebenen fächerübergreifenden Orientierung an Kernproblemen und am
Wissenskanon der einzelnen Schulfächer die einzelnen Kinder mit ihren
individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten immer wieder zu
Ausgangspunkt der Überlegungen zu machen. Über die individuellen Aspekte hinaus
ist der Wandel der Kindheit zu konstatieren, der sich vielfach im Sozial- und
Lernverhalten zeigt.
Das Nachdenken über Schule und Unterricht, das
diesem Programm zugrunde liegt,
geht vor allem von Erwachsenen aus, die
Verantwortung übernommen haben für die Bildung und Erziehung von Kindern aus dem
Barkauer Land. Ein Teil der Beobachtungen und Überlegungen wird in diesem
Programm dokumentiert.
2.
Schule
Die Grundschule Barkauer Land des Amtes Preetz
Land in Kirchbarkau liegt im westlichen Bereich des ostholsteinischen
Hügellandes zwischen Bothkamper See und der Bundesstraße 404, ca. 10 Autominuten
südlich der Landeshauptstadt Kiel im Kreis Plön.
Auf Grund sinkender Schülerzahlen wurde der
Hauptschulbereich 1993 an die Hauptschulen in Preetz abgegeben. Seitdem
existiert ausschließlich eine Grundschule.
Durch die Auflösung der Hauptschule ergab sich
eine neue räumliche Nutzung. In den leerstehenden Räumen des Nebentraktes wurde
ein Kindergarten unter der Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde
Kirchbarkau eingerichtet.
Bei geöffneter Mobilwand finden hier Versammlungen, Theatervorführungen,
Vorträge, Konzerte u.v.m. statt.
An der Schule wurde im Juli 2002 ein Arbeitskreis, mit dem Ziel einen naturnahen
und kinderfreundlichen Schulhof zu schaffen, gegründet.
Um ein friedlichen Umgang der Kinder miteinander zu fördern, soll der Schulhof
vielfältige Anregungen zum gemeinschaftlichen Spielen bieten. Dabei sollen
unterschiedliche Bedürfnisse verschiedener Kinder berücksichtigt werden.
Bewegung und Ruhe, verstecken und buddeln aber auch Fußball, laufen und
Seilspringen sollen ihren Platz haben. Gleichzeitig soll der Schulhof die
Möglichkeit bieten, während des Unterrichts oder in den Pausen Naturerlebnisse
zu machen.
Die Planung des neuen Schulhofs wurde an ein professionelles Planungsteam (Kiwi)
vergeben.
Es wurde die Hälfte der Teerfläche entsiegelt, ein Hügel angelegt und bepflanzt,
Latten- und Totholzzäune gezogen, drei große Bäume gepflanzt und Fußballfelder
angelegt. Balanciermöglichkeiten aus Baumstämmen wurden aufgebaut.
Später wurde eine Nestschaukel errichtet und ein Weidenpavillion auf dem Hügel
gepflanzt.
An der Wand der Sporthalle wurde aus Klettergriffen eine so genannte
Boulder-Kletterwand geschaffen.
Es zeigte sich, dass durch die Umgestaltung der Dreckeintrag in die Schule höher
war. Um die Reinigungskräfte zu entlasten, ziehen jetzt die Kinder in den
Klassen die Schuhe aus.
In einem Pflegekonzept ist festgelegt, dass jede Klasse für einen Bereich der
Schulhofpflege zuständig ist. In Absprache mit dem Hausmeister sollen die
Klassen helfen, ihren Schulhof instand zu halten.
Für das Frühjahr 2006 ist ein vorläufig letzter Bauabschnitt geplant. Im
Bereich vor der Sporthalle zwischen Turnstange und Rutsche soll weiter
gearbeitet werden. Die genauen Maßnahmen stehen noch nicht fest.
3.
Unterricht
Seit 1997 wird an den Schulen
Schleswig-Holsteins nach einem überarbeiteten Lehrplan unterrichtet, der einen
offeneren Rahmen der Unterrichtsgestaltung schafft. Die Ausgangslage für
unterrichtliches Geschehen sollte im Vermitteln einer Grundbildung liegen, die
handlungsorientiert, lebensweltgebunden und erkenntnisgeleitet ausgerichtet ist.
Im Unterricht werden verschiedene
Organisationsformen praktiziert: Frontalunterricht, Gruppenunterricht,
Stationslernen, Arbeiten nach Tagesplan/Wochenplan, fächerüber-greifendes und
projektorientiertes Arbeiten, Freiarbeit.
Zur Zeit wird Englisch in Klassenstufe 3 und 4 mit einer Wochenstunde
unterrichtet.
Die 4. Klassen fahren regelmäßig zum
Schwimmunterricht ins Hallenbad nach Preetz.
4.
Offene
Ganztagsschule Für das Frühjahr 2006
ist der Start eines Pilotprojektes „Offene Ganztagsschule“ geplant.
Zwei Elternbefragungen haben in der jüngeren Vergangenheit auf ein
vergleichsweise geringes Interesse an einer Nachmittagsbetreuung gedeutet.
Daher kann die OG in Kirchbarkau nicht unter Einbeziehung von Förderungen durch
das Land Schleswig-Holstein sowie das Bundesprogramm IZBB anlaufen.
Dennoch werden wir nach den Osterferien eine kleine Lösung in Form von 13
Kursangeboten, verteilt auf zwei Tage, anbieten. Die Betreuung wird
ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis geleistet. Die Nachmittagsangebote
beginnen nach einer Mittagspause um 14.00 Uhr und erstrecken sich über je eine,
ggf. auch zwei Unterrichtsstunden im Block bis 15.30 Uhr.
Die Erfolge unserer
Jungforscher sind beachtlich. Seit mehreren Jahren hat unsere Schule bezüglich
der Anzahl der eingereichten Arbeiten einen der vorderen Plätze in der
landesweiten Rangliste. Dazu kommen regelmäßige Spitzenplatzierungen in der
qualitativen Bewertung.
Kinder, die besonderen Spaß an Musik und Bewegung
haben, können einmal wöchentlich Formationen des Line – Dance erlernen. Hier
kommt es neben körperlicher Fitness besonders auf harmonische, gruppensynchrone
Bewegungen an. Ganz nebenbei wird auch noch Konzentration und soziales Verhalten
gefördert.
6.
Schulleben
Wir begreifen unsere Schule nicht nur als
isolierte „Lerninstitution“. Unsere Schüler verbringen einen Großteil ihrer Zeit
in der Schule und in ihrer Klassengemeinschaft. Auch der Lehrplan (siehe
Lehrplan Grundschule, S.7) sieht ein „Konzept der Grundbildung“ vor, das nicht
nur Fachwissen vermittelt, sondern die Schüler die Gesamtheit unser
Gesellschaft, Kultur und differenziert wahrnehmen, empfinden und beurteilen
lässt. Aus diesem Aspekt ergibt sich die Notwendigkeit eines vielfältigen
„Schul-Lebens“, um den schulischen und außerschulischen Erfahrungsraum unserer
Schüler miteinander zu verknüpfen.
Unsere Schule ist ein bedeutender Bestandteil
unseres Alltagslebens. Lehrer und Schüler gestalten das Schulleben zur Zeit noch
überwiegend alleine. Es muss unser Ziel sein, die Schule wieder mehr in die
Mitte des Alltagslebens zu stellen, sowohl bei den Kindern als auch bei den
Eltern. Die aktive Teilnahme der Erwachsenen an gemeinsamen Projekten wird
zukünftig mehr denn je an Bedeutung gewinnen. Über die Identifikation mit
unserer Schule sollten Eltern und Lehrer noch mehr zu einem Team werden, das
gemeinsam zum Wohle der Kinder wirkt.
6.2
Schülervollversammlung
Seit dem Frühjahr 2005 versammelt sich die gesamte Grundschule Barkauer Land
regelmäßig zu einer Schülervollversammlung. Die Versammlung findet ca. alle zwei
Monate, häufig kurz nach Ferien, statt. Auf der Versammlung werden Themen, die
die gesamte Schule betreffen besprochen. Neue Kollegen werden vorgestellt,
besondere Leistungen und Schülern herausgestellt und auf Probleme hingewiesen.
Es ist geplant die Schüler stärker zur Vorbereitung der Schülervollversammlung
mit einzubeziehen. In bestimmten Bereichen können auch Entscheidungen von den
Schülern getroffen werden. Dies kann entweder durch die Klassensprechen
geschehen oder durch direkte Abstimmung auf einer Schülervollversammlung.
Ein wichtiges Ereignis im Schuljahreslauf ist
die Durchführung von Projekttagen zu einem bestimmten Thema. Mit Hilfe von
Eltern und anderen außerschulischen Helfern werden zahlreiche Aktionen in
kleineren Gruppen angeboten. Dadurch lassen sich die traditionellen
Klassengemeinschaften auflösen. Erleben, Erfahren und Lernen findet in neuen,
kleineren Gruppen statt. Am letzten Projekttag werden die Ergebnisse der
Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Jahresverlauf bereichern weitere Feste und
Veranstaltungen unser Schulleben:
Ø
Schulfasching
Ø
Osterbasteln
Ø
Bundesjugendspiele, Fußball-, Völkerballturniere, Schwimmwettkämpfe
Ø
Kreissportfest
Ø
Entlassungsfeier für die 4. Klassen mit Theateraufführung der Theater-AG
Ø
Einschulungsfeier mit Vorführungen der 2. Klassen
Ø
Laternenumzug mit St.-Martins-Feier in der Kirche
Ø
Weihnachtsbasteln
Ø
Besuch eines Weihnachtsmärchens
Ø
Theaterbesuche
Ø
Gastauftritte und Lesungen von Künstlern und Schriftstellern
Durch die Zentralisierung des Schulsystems hat
die Schule ihre Bedeutung für das Leben der Dorfgemeinschaft eingebüßt. Um ein
attraktives Schulleben weiter auszubauen werden in Zukunft „verbindende“
Aktivitäten geplant:
Ø
Vortragsreihen sowie Workshops für interessierte Eltern und Lehrer
Ø
evtl. Einrichtung eines Literaturzirkels
Ø
Diskussionsrunden zu aktuellen schul- und erziehungsrelevanten Themen
Ø
Feste und gemeinsame Aktivitäten von Schülern, Eltern und Lehrern.
7.
Elternarbeit
Eltern verfügen über ein natürliches
Erziehungsrecht an ihren Kindern. Nachdem das Schulgesetz sie verpflichtet, ihr
Kind in die Obhut der staatlichen Institution Schule zu geben, bleibt ihnen ein
Beteiligungsrecht am Schulsystem. Auch der §6/2 des Grundgesetzes spricht von
der Pflicht zur Wahrung der Erziehungsinteressen in der Familie.
Das Recht zur Bildung und Erziehung des Kindes
ist geteilt zwischen den Eltern als Vertretern der Familie und den Lehrern als
Vertretern des Staates (Empf. des Bildungsrates 1973). Die „ Berührung“ findet
auf verschiedenen Ebenen statt:
1. Stadt/Kreis-Beirat,
Schulpflegschaft
2. Einzelne Schule (Schulkonferenz)
3. Schulklasse
Die Schnittstelle zwischen Elternhaus und
Schule ist der Klassenlehrer. Seine Aufgabe ist es, Verbindungen zu den
Elternhäusern zu knüpfen und zu pflegen sowie die Eltern zu beraten.
Elternarbeit ist immer mehr zum unverzichtbaren
Faktor eines offenen, lebendigen Schulbetriebs geworden. Gerade an kleineren und
mittleren Schulen sind die zahlreichen Aufgaben, die inzwischen ja auch weit
über den ursprünglichen Lehr -und Bildungsauftrag hinausgehen, personell nicht
mehr zu leisten.
Elternarbeit findet an unserer Schule auf
vielfältige Weise statt:
- Information über aktuelle und
längerfristige Ereignisse und Projekte auf direkter oder Vertreterebene,
- Elternabende, Sprechtage, Hausbesuche
(alles nach Absprache)
- Angebote zur Unterrichtshospitation.
Die Eltern sind (nach kurzer Terminabstimmung)
jederzeit eingeladen, sich über Schulbetrieb und Unterricht zu informieren. Nur
so kann das nötige Verständnis für Unterrichtsmethoden und erzieherische
Maßnahmen wachsen.
- Begleitung und Unterstützung beim
Schwimmunterricht,
- Hilfen bei Wandertagen, Klassen- oder
Schulfesten, Projekttagen o.ä..
An dieser Stelle sei noch einmal all jenen
Vätern und Müttern Dank gesagt, die immer wieder tatkräftig mit anpacken, wenn
für außerunterrichtliche Projekte Hilfe gebraucht wird. Gerade in unserem
kleinen Schulbetrieb mit derzeit zehn Kolleg/innen wäre so manches Projekt ohne
Elternhilfe nicht durchführbar.
In jüngerer Vergangenheit gab es bereits eine
Vortragsreihe zu allgemeinen pädagogischen bzw. erzieherischen Themen (Es
besteht die erklärte Absicht, diese Maßnahme fortzusetzen). Ihre Organisation
lag schwerpunktmäßig in den Händen von Eltern.
An dieser Stelle finden wir einen ersten Schritt
zur „Verschmelzung“ elterlicher und schulischer Arbeit am Kind, die es zu
vertiefen gilt. Wenn Eltern einen Teil ihres Erziehungsrechts im Rahmen der
Schule wahrnehmen, dann
- verbessert sich der Informationsfluss,
- wächst das Verständnis für Maßnahmen und
Vorgänge innerhalb der Schule,
- treten Eltern und Lehrer mehr als
einheitliche erzieherische Institution gegenüber dem Kind auf,
- wird sich die Diskrepanz zwischen
Einzelinteresse und Kollektiv-Sicht auf elterlicher Seite relativieren.
8.
Gewaltprävention
Zum Schulalltag gehören immer wieder auch
soziale Konflikte kleineren oder größeren Ausmaßes, die in Einzelfällen auch
deutliche Beeinträchtigungen des Lernens beim Kind sowie des Schulbetriebes
insgesamt nach sich ziehen.
Kindern muss in der Schule wie auch zu Hause
ein soziales Umfeld geschaffen werden, das die Entstehung aggressiven oder gar
gewalttätigen Verhaltens verhindert. Das bedeutet Abbau von Angst, Unsicherheit,
Versagen und sozialer Ausgrenzung. Es bedeutet aber auch, andere als
gleichwertig und gleichberechtigt zu achten und friedliches Miteinander
einzutrainieren.
Als feste Einrichtung hat sich im Schuljahr
2000/01 eine Gruppe von Lehrkräften zusammengefunden, die sich die Verbesserung
des Schulklimas sowie den Abbau von Gewalt im weitesten Sinne zum Ziel gesetzt
hat.
Unter dem Motto:
Wir sind eine Gemeinschaft – wir wollen uns
alle in der Schule wohlfühlen
soll bei allen am Schulleben Beteiligten mehr
Verantwortung, Rücksichtnahme, Verständnis und Hilfsbereitschaft füreinander
entwickelt werden.
Die Arbeitsgruppe
a)
stellt etwa alle 2 – 3 Monate ein
Motto für alle Schüler auf, das das Zusammenleben verbessern soll (z.B. Kann
ich dir helfen? Es geht auch leise! Schimpfwörter machen einsam!)
b)
plant Aktionstage oder regt zu
klasseninternen Mottos (z.B. „Wichteln“ – einem Mitschüler heimlich eine
Freude bereiten / „Das find ich toll an dir“ – Herausstellen positiver
Eigenschaften von Mitschülern) z.B. während der Adventszeit an.
c)
hat eine Schulordnung aufgestellt
(s. Anhang) die seit 26.01.2004 gültig ist.
d)
unterstützt Kollegen mit
„schwierigen“ Schülern.
e)
erarbeitet mit den betroffenen
Eltern gegebenenfalls gemeinsame Vorgehensweisen.
f)
Am Mittwochnachmittag besteht die
Möglichkeit für unsere Schüler in der Schule an einem Selbstsicherheitstraining
des KSH teilzunehmen.
g)
Im Frühjahr 2006 starten die
ersten Klassen mit dem Projekt Klasse 2000 zur Entwicklung sozialer
Kompetenzen. Es ist geplant, dieses Projekt auch in den zukünftigen ersten
Klassen durchzuführen.
Das vorliegende Schulprogramm ist einerseits
eine Bestandsaufnahme der unterrichtlichen und erzieherischen Arbeit an der
Grundschule Barkauer Land. Andererseits enthält es Zielvorgaben für eine weitere
Entwicklung und Verbesserung der Bedingungen zum Wohle aller hier arbeitenden
Menschen, zu allererst der uns anvertrauten Kinder.
Das Programm ist Katalysator und Zentrum eines
Prozesses immer wiederkehrender Reflexion und kritischer Analyse unseres
Schulbetriebs und unserer Arbeit. Es wird immer vorläufigen Charakter haben und
nie fertig sein. Denn Leben ist Veränderung, und eine lebendige Schule ist in
ständiger Veränderung begriffen, die neue Zielsetzungen bedingt.
Schulprogramm
Grundschule
Barkauer Land
1.
Präambel
Träger der Grundschule Barkauer Land ist der Schulverband Amt Preetz Land. Das
Einzugsgebiet der Schule in Kirchbarkau erstreckt sich über Booksee im Norden,
Honigsee, Großbarkau und Postfeld im Osten, bis Löptin, Nettelsee und Warnau im
Süden. Der überwiegende Teil der Kinder sind daher Fahrschüler.
In den Räumen der Schule besteht seit August 1997 eine „Betreute Grundschule“,
in der momentan 16 Schüler vor bzw. nach dem Schulunterricht bis 13.30 Uhr
betreut werden.
Die Grundschule Barkauer Land ist zur Zeit eine zweizügige Grundschule, in der
ca. 190 Schülerinnen und Schüler in 8 Jahrgangsklassen von 10 Lehrkräften
unterrichtet werden.
Die Klassen haben größtenteils kleine Gruppenräume. Für den Fachunterricht
stehen ein Musikraum und ein Werkraum zur Verfügung. Darüber hinaus stehen ein
Computerraum mit 14 Arbeitsplätzen und eine Schulküche zur Verfügung. Der große
teilbare Mehrzweckraum wird zur einen Hälfte als Musikraum und zur anderen
Hälfte als Film- und Theaterraum genutzt.
Für Natur- und Umwelterziehung gibt es
einen von Schülern angelegten Schulwald und einen angepachteten Schulgarten.
In diesem Sinne schlägt der Lehrplan unter anderem eine fächerübergreifende
und/oder projektorientierte Arbeitsweise vor, die ein Erfahren und Verstehen mit
allen Sinnen ermöglicht. Zudem werden Unterrichtsinhalte unter verschiedenen
Aspekten und somit in größeren Zusammenhängen betrachtet.
Die Wahl der Organisationsformen ist abhängig vom jeweiligen Thema und der
Klassenstufe.
Die
kindliche Umwelt ist heutzutage
multikulturell geprägt. Dies
zeigt
sich auch an den Fremdwörtern und
Ausdrücken gerade aus
dem
englischsprachigen
Raum
(z.B. der Bereich der Informationstechnologie), die inzwischen teilweise zur
Alltagsprache gehören. Die Begegnung mit einer ersten Fremdsprache in der
Grundschule fördert aber nicht nur die Auseinandersetzung mit der englischen
Sprache, sondern schafft auch positive Einstellungen gegenüber fremden Menschen
und Kulturen.
Grundsätzlich wird im Unterricht nach den Fähigkeiten und Fertigkeiten der
Schüler differenziert. In allen Klassenstufen finden Fördermaßnahmen für die
Fächer Deutsch und Mathematik statt. Geeignete Medien und Materialien werden zur
Unterstützung herangezogen und ständig aktualisiert. Unterrichtsgänge und
Ausflüge unterstützen den Lernprozess auf anschauliche Art.
5.
Arbeitsgemeinschaften
Ein
vielfältiges Angebot an freiwilligen Arbeitsgemeinschaften erweitert das
Lernangebot für die Schüler über die Pflicht- Unterrichtsstunden hinaus.
In
diesem Schuljahr stehen folgende AG`s zur Wahl:
Chor
Der
Schulchor trifft sich einmal wöchentlich in einer ersten Stunde und erarbeitet
traditionelles wie neues Liedgut für Kinder mit dazugehöriger Begleitung auf
Orff-Instrumenten und erweitertem Schlagwerk.
Bei verschiedenen Anlässen innerhalb und außerhalb der Schule gibt es
Gelegenheiten zu Auftritten. In der Vorweihnachtszeit findet montags nach den
Adventssonntagen ein kurzes gemeinsames Adventssingen in der Schule statt. In
jedem Jahr gestalten die Kinder mit ihren Liedern Senioren-Weihnachtsfeiern in
den umliegenden Dörfern. Am letzten Schultag vor Weihnachten übernimmt der Chor
das Rahmenprogramm für eine Schul-Weihnachtsfeier. Kurz vor dem Schuljahresende
gibt er ein öffentliches Sommerkonzert.
Theater-AG (Klassen 3/4 )
Die
Theater-AG wird für Schüler der 4. Klassen angeboten. Bei Bedarf werden begabte
Schüler der 3. Schuljahre herangezogen. Erfahrungsgemäß ist die Gruppe der
Interessenten sehr groß, deshalb muss sie geteilt werden.
Die 1.
Gruppe arbeitet nach pantomimischen Übungen und kleinen Sketchen an einem
Weihnachtsstück, die 2. Gruppe an einem „Sommerstück“– auch zur Verabschiedung
der 4. Klassen.
Hauptrollen werden des umfangreichen Lernstoffes wegen doppelt besetzt. Viele
Rollen werden auch zusätzlich geschrieben, um alle Kinder zu beteiligen.
Für die Theater-AG steht 1. Stunde pro Woche zur Verfügung. Diese Zeit reicht
allerdings nicht zum Herstellen von Kulissen, Basteln und Nähen von Kostümen und
Eintrainieren der Rollen. So kommen die Schüler häufig freiwillig bis zu 2
Stunden zusätzlich in der Woche. Generalproben finden an Samstagvormittagen
statt, die Aufführungen zum Teil an Sonntagnachmittagen. Über die Termine wird
auch die Presse informiert.
Die
Stücke werden vor den Schülern der Schule, den Eltern, Kindergärten und zu
Seniorenveranstaltungen der Kirche aufgeführt. Bisherige Themen waren
Märchenstücke, Weihnachtsstücke, Geschichten von Paul Maar und Astrid Lindgren.
Jugend forscht
Seit
ca. 30 Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler der heutigen Grundschule Barkauer
Land mit viel Erfolg an dem Wettbewerb „Jugend forscht“ teil. Hier bietet sich
den Kindern die Möglichkeit, nach eigenem Interesse an naturwissenschaftlichen
Themen zu experimentieren. Die Schule begleitet und unterstützt die jungen
Forscher in Form einer einstündigen AG, die sich aber regelmäßig um viele
freiwillige Arbeitsstunden der Teilnehmer wie auch der Lehrkraft erweitert.
Garten - AG
Zur
Grundschule Barkauer Land gehört ein direkt an der Schule gelegener Garten. Er
wird saisonal von einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern bewirtschaftet.
Durch die Arbeit im Garten wird den Kindern der Jahresverlauf der Natur nahe
gebracht. Die eigenen Beete und Pflanzungen stellen einen emotionalen Bezug zur
Natur her.
Line – Dance
6.1 Grundlegende
Gedanken
6.3 Veranstaltungen
Ø
Weihnachtsfeier mit Theateraufführung der Theater-AG
Gewaltfreie Konfliktlösung gilt seit jeher als Erziehungsziel. Zusätzliche
Aktionstage und Projekte sollen in den Klassen ein vertrauensvolles Klima
schaffen und bewussteres Verhalten im Umgang mit Mitschülern trainieren.
Jeder Fall von Gewalt ist anders geartet. Deshalb ist es schwierig, Verhaltens-
oder Erziehungsrezepte zu geben. Ein starrer Maßnahmenkatalog wird der
vielschichtigen Persönlichkeit des einzelnen Schülers nicht gerecht. Bevorzugt
werden differenzierte, auf den einzelnen Schüler hin orientierte, pädagogisch
reflektierte Erziehungsmittel.
Jede Klasse sollte entsprechend ihrer spezifischen Zusammensetzung und Situation
Regeln entwickeln. Viele werden allgemeine Gültigkeit haben und in den Katalog
der Schulordnung passen. Regeln für soziales Verhalten können genau so gelernt
werden wie andere Regelsysteme (Verkehrsregeln).
Wichtig ist die konsequente Kontrolle der Umsetzung.
Häufig fühlen sich Kollegen mit „Problemkindern“ allein gelassen. Ihnen soll die
Möglichkeit gegeben werden, ihre Schwierigkeiten mit dieser Gruppe
(Gewaltprävention) zu diskutieren. Weitere Vorgehensweisen können dann gemeinsam
erarbeitet und abgestimmt werden, z.B. auch die Teilnahme der gesamten Klasse an
einem Kurs für autogenes Training oder Entlasten durch Unterbringung von
Schülern in der Partnerklasse.
Eltern können, vielleicht noch mehr als die Schule, selbst viel gegen das
aggressive Verhalten ihrer Kinder tun. Voraussetzung ist ausreichende,
liebevoll-konsequente Zuwendung, Interesse für die Lebenswelt der Kinder und ein
partnerschaftliches Erziehungsverhalten. Dazu gehört u.a. auch verantwortliche
Kontrolle der Qualität und Quantität des Medienkonsums.
Ebenso wichtig ist die enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule,
gemeinsame Kontrolle der Einhaltung sozialer Regeln und abgestimmte
Erziehungsmaßnahmen. All dies dient dazu, dem Kind eine Orientierung in einem
klar definierten Rahmen zu geben.
Da der (die) Klassenlehrer(in) die Schüler am besten kennt, ist er/sie erste/r
Ansprechpartner(in) für die Kinder. In Sonderfällen haben die Eltern
Gelegenheit, ihre Sorgen einem größeren Gremium vorzutragen, wo dann gemeinsam
Schritte zur Problemlösung erarbeitet werden.
9. Schlussbetrachtung